| Ungarn
28.09. - 06.10.2002
28.9. Frankfurt - Wien - Balaton (Plattensee)
Treffpunkt der diesjährigen Tour ist an diesem kalten Morgen
die Tanke Weisskirchen. Dort haben sich 6 Landys und 1 Range samt
Anhang um 7 Uhr verabredet. Insgesamt versammeln sich an diesem
Morgen 15 Personen, die in einem langen Treck Günter in seinem
155er Zebra gen Ungarn folgen wollen. Mit von der Partie sind Günter
samt Family und Zebra, Hans mit Tochter, Sohn, dessen Kumpel und
110er Tdi, Michael mit Frau, Gasthund und Zicke (V8-Range), Peter
mit Frau und 110er Zebra, Andi mit Freundin und 400.000km 90er,
Erny mit seinem 90er, der aber erst in Linz zu uns stößt
und meine Anwesenheit im 110er Greenlandy. Den ganzen Vormittag
geht´s mit ca. 105 km/h Richtung Österreich, das wir
gegen 13:30 Uhr erreichen. Wien umfahren wir bei einsetzender Dunkelheit,
Kälte und Regen. Nochmal kurz vor der Grenze nach Ungarn wird
billig getankt und um 19 Uhr sind wir im Grenzort Sopron. Die Chance
auf ein Hotel für 16 Leute ist wahrlich schlecht, so daß
wir nach erfolgloser Suche beschließen, zu unserem Ziel, das
wir morgen erst erreichen wollten, durchzufahren. Im Konvoi geht
es durch das dunkle Ungarn über Landstraßen Richtung
Plattensee. Hans hat die erste Panne, als er sich seinen rechten
Hinterreifen platt fährt. Zu allem Unglück bricht ihm
der Wagenheber zusammen und der Landy knallt auf die Bremsscheibe.
Mit vereinten Kräften (2 Leute arbeiten, der Rest guckt zu
und hat die Hände in den Taschen) wird der Landy wieder flott
gemacht, so daß wir gegen 22 Uhr nach 15 Stunden Fahrzeit
und 1020 Kilometer unser Ziel erreichen.
Unsere Unterkunft für die nächsten Tage ist das Hotel
Fürstenhof, bzw. Cserni, das - wie man unschwer erkennt - früher
von kommunistischen Größen genutzt wurde. Ein großer
Prunkbau, aufgemöbelt mit ein bißchen Farbe, neuen Bildern
und ´ner Tischtennisplatte im Foyer - fertig ist ein Hotel
für westliche Gäste mit Geld in der Tasche. Obwohl die
Hälfte der Landys bis unter das Dach mit Lebensmitteln für
2 Wochen vollgestopft sind, genießen wir fast jeden Abend
die vorzügliche Menüauswahl, die uns jedesmal die Sprache
verschlägt. Besonders das Gulasch ist ...ähhh, eine übersichtliche
bzw. durchsichtige Suppe, die in unsere leeren Mägen hineinläuft.
Immerhin gibt´s fast jeden Tag Palatschinken (Anm. aus dem
Duden: die;-;-n (meist Plural) (gr.-lat.-rumän.-ung.):(österr.)
dünner, zusammengerollter - mit Marmelade o.Ä. gefüllter
- Eierkuchen). Ich konnte nach 4 Tagen und 86 Eierkuchen keine Teigmasse
mehr sehen!!! Na ja, egal, ein bißchen Jugenherbergsatmosphäre
im Speisesaal soll uns ja im Urlaub nicht stören. Obligatorisch
- wie bei jeder Reise - ist das Arrival Beer am Landy.
29.9. Totvazsony
Schönstes Wetter weckt die Reisenden, die hier und da mit
den Nachwehen des Vorabends kämpfen. Gegen 11 Uhr machen wir
uns auf den Weg, um die nähere Umgebung zu erkunden. Ein Truppenübungsplatz
bringt uns auf den Geschmack und wir folgen Günter einen 600
Meter hohen Berg hinauf. Da es hier seit Tagen nicht mehr geregnet
hat, sind die Wege fast durchweg trocken; nur einige Schlammlöcher
werden leer gefahren.
Abends wieder Palatschinken, Bier ...und Feuerwasser!
30.9. Totvazsony
Der ungarische Schnaps hat zugeschlagen und mich umgehauen. Als
Beifahrer bei Erny verbringe ich den Tag und lasse mir den Vorabend
nochmals durch den Kopf gehen. Sabine wird von einer Zecke angegriffen
und fast tödlich verletzt.

01.10. Totvazsony - Heviz - Totvazsony
Touristischer Ausflug nach Heviz. Dort befinden sich die größten
Thermalquellen Europas. Durch die Urlauberhochburgen am Nordufer
des Balaton zuckelt unsere Karawane Richtung Westen. In Heviz gibt
sich ein Teil der Truppe den Badefreuden hin. Der Rest picknickt
auf dem Parkplatz. Die Rückfahrt am Nachmittag führt durch
Weinberge und tolles Gelände. Die Gruppe berät, ob wir
einen Rettungshubschrauber wegen dem Zeckenbiß rufen sollen.
Die Bißwunde ist zwar nicht rot, aber dafür gibt´s
Halsschmerzen (Indiz für die ärgerliche und garantiert
tödliche Hirnhautentzündung.)
02.10. Budapest
Heute fahren wir nach Budapest. Wir haben uns zwei Minibusse gemietet
und gönnen den Landys einen Ruhetag. In Budapest sehen wir
uns zuerst einen Flohmarkt an; danach geht´s zu den Sehenswürdigkeiten
in die Innenstadt. Besuch der Burg.
03.10. Totvazsony - Baja
Nach 4 Tagen verlassen wir Totvazsony. Auf dem Weg zu Erny´s
Onkel im Süden des Landes überqueren wir den Plattensee.
Noch einmal ca. 200 Kiometer in Richtung rumänische Grenze.
Nachmittags erreichen wir Baja, wo ein Hotel reserviert ist. Dieses
hübsche Häuschen (Hotel Sugovica) gefällt Andi, Heike
und mir nicht so besonders und wir ziehen mit den Landys auf den
benachbarten Campingplatz um. Endlich Lagerfeuer, selber Kochen
und im Landy schlafen.
04.10. Baja
Ein paar Mücken quälen uns beim Frühstück,
aber sonst ist der Übernachtungsplatz in Ordnung. Um 11 Uhr
sind wir bei Erny´s Onkel zur Weinprobe verabredet. Leckerer
Wein und tolles Gulasch erwartet uns.
Über tolle Waldwege und durch schöne Matschlöcher
geht´s nachmittags wieder zurück nach Baja.
05.10. Baja - Graz - Kössen
Es hat in der Nacht geregnet, aber im Landy blieb es trocken.
Um 9 Uhr brechen wir Richtung Heimat auf. Ein langer Weg mit Ziel
Kössen/Tirol steht uns bevor. Halb Ungarn durchqueren wir über
Landtraßen; erst ab Graz gibt´s Autobahn. Nach über
12 Stunden Fahrt erreichen wir den Campingsplatz in Kössen.
06.10. Kössen - Frankfurt
Es schüttet wie aus Eimern! Egal, es geht jetzt sowieso nach
Hause. Vorher holen wir noch 4 Reifen auf einer gottverlassenen Almhütte
ab und machen uns dann auf den Heimweg. Dummerweise sind alle Autobahnen
in Süddeutschland verstopft, so daß wir uns wieder 12 Stunden
über Landstraßen und volle Autobahnen nach Hause kämpfen.
Um 22 Uhr sind wir nach 2975 Kilometern wieder zu Hause. |