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Seite 7: Outjo
Okaukuejo
Namutoni
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- Reisetipps
17. Tag, 17.11. Outjo - Okaukuejo
Bis
zur Einfahrt in den Etosha Nationalpark ist es nur eine Stunde.
Der Park ist das Highlight jeder Namibia-Reise. Hierhin fährt
jeder Tourist. Dementsprechend ist es auch oft sehr voll, und man
muss seine Übernachtungen in einem der drei Camps auf alle
Fälle reservieren!
Wir fahren durch das Anderson Gate in den Park, wo wir uns registrieren
lassen. Mit einem Laufzettel, den wir im nächsten Lager abgeben,
dürfen wir uns im Park bewegen. Aussteigen ist verboten, außer
in den Lagern natürlich, die durch hohe Zäune gesichert
sind. Unübersehbar sind auch die beiden Uhren, die anzeigen,
wann die Sonne auf- bzw. untergeht. Bei Sonnenuntergang muss man
nämlich im Camp sein und vor Sonnenaufgang darf niemand heraus.
Wir haben für den Nationalpark eigentlich die falsche Jahreszeit
ausgesucht. Jetzt, wo es oft regnet, blühen alle Pflanzen und
die Bäume sind mit dichten Blättern bewachsen, so dass
es schwierig ist, von der Straße aus die Tiere zu erkennen.
Und wegen den Tieren ist man ja hier. Es gibt hier viele Tiere zu
sehen. Der Park beherbergt u.a. 17.000 Springböcke, 16.000
Zebras, 27.000 Giraffen, 1.500 Elefanten, 350 Nashörner und
ca. 200 Löwen.
Zebras, Springböcke und andere Antilopen sehen wir ständig;
Großwild oder sogar Löwen bekommen wir aber vorerst nicht
zu Gesicht.
Wir erreichen das Rastlager Okaukuejo. Groß, organisiert und
voll. Der Campingplatz ist schon ziemlich belegt und freie Stellen
liegen teilweise unter Wasser. Verschiedenste Overlander haben große
Teile des Camps besetzt.
Mit etwas Glück können wir eines der letzten Häuser
ergattern. Das ist aber leider ziemlich herunter gekommen und schmuddelig.
Das ganze Camp scheint etwas ungepflegt. Bei den relativ hohen Preisen
dürfte man schon was Besseres erwarten. Der Pool ist leider
von den Overlandern belagert, ebenso die Bar und das Restaurant.
Naja, für eine Nacht ist es okay.
Die Attraktion des Lagers ist das Wasserloch, das nachts beleuchtet
ist und wo sich während der Trockenzeit allerlei Getier tummelt,
um dort zu trinken.
Der erste Abstecher vom Camp führt uns nach Norden, wo wir
wieder unzählige Springböcke, Zebras, ein paar Gnus und
Antilopen sehen.
Am Nachmittag versuchen wir unser Glück am Wasserloch Olifantsbad,
um evtl. gleichnamiges Rüsseltier zu sehen. Die Pisten im Park
sind wegen Überflutung teilweise gesperrt, viele Zufahrten
zu den Wasserlöchern geschlossen. Diese
Vorsichtsmaßnahme gilt aber eigentlich nur für normale
PKW. Wir folgen einem Bus über eine abgesperrte Strecke, wo
wir bei den größeren Pfützen keinerlei Probleme
haben. Am ´Elefantenloch´ haben wir kein Glück.
Wir fahren sofort weiter, was man aber eigentlich nicht machen sollte.
Warten und gucken heißt hier die Devise. Wenn‘s sein
muss, sehr lange. Irgendwann kommt schon was vorbei - vielleicht.
Hinter der nächsten Biegung haben wir Glück. 20 m vom
Weg entfernt stehen drei Elefanten, die gerade dabei sind, einen
blühenden Baum niederzumachen. Sie lassen sich durch unsere
Anwesenheit gar nicht stören. Faszinierend dieser Anblick vom
Auto aus.
Leider müssen wir weiter. Die Sonne geht bald unter und wir
haben noch ein gutes Stück ins Camp zu fahren. Zufrieden mit
unserer tierischen Ausbeute erreichen wir noch pünktlich vor
Toresschluß das Lager.
Am Wasserloch haben sich mittlerweile viele Schaulustige eingefunden,
obwohl es dort absolut nichts zu sehen gibt. Es ist halt Regenzeit,
im Park ist überall Wasser, so dass die Tiere überall
saufen können, wo sie wollen und nicht auf dieses Loch angewiesen
sind. Trotzdem herrscht hier gespannte Ruhe, wie im Kino, wenn der
Film gleich anfängt.
Noch einmal besuche ich das Wasserloch am späten Abend. Viele
Touristen mit Wein oder Bier, leises Gemurmel überall, aber
keine Tiere. Auf dem Weg zurück zum Haus kreuzt im schwachen
Licht einer Laterne ein dicker, schwarzer Skorpion mit aufgerichtetem
Stachel meinen Weg. Er läuft nur 50 cm an mir vorbei.
18. Tag, 18.11. Okaukuejo - Namutoni
Tagestour mit geringer Geschwindigkeit quer durch den Park. Das
übliche Getier steht auf dem flachen Gelände oder überquert
oft die Piste. Ansonsten bietet sich auf der ersten Teilstrecke
bis zum Camp Halali nicht viel.
In Halali sind wir nach zwei Stunden. Dieses Camp ist das mittlere
der drei und dient den Reisenden oft nur als Zwischenstopp oder
Rastplatz bei der Mittagspause. Auch heute Mittag ist es total leer,
ein paar Autos kommen zum Tanken und ein paar Leute steigen aus,
um sich Erfrischungen zu kaufen. Wir wollen auch los nach Namutoni,
unserem Ziel, in der Hoffnung, dort vor dem nächsten Regen
anzukommen.
Auf dem Weg dorthin verdunkelt sich der Himmel immer mehr. Nach
kurzer Zeit fängt es wieder an zu schütten.
Innerhalb kürzester Zeit stehen dann weite Teile der Straße
unter Wasser. Diese Mischung aus feinem Kalksand und Wasser verdreckt
den Landy total. Gut, dass der Wagen weiß ist. So sieht man
den hellen Dreck nicht so sehr. Nummernschild, Blinker und die Aufschrift
sind aber unter einer dicken, weißen Schlammschicht verschwunden.
Bei dem Sauwetter sieht man natürlich keine Tiere mehr, so
dass wir zügig nach Namutoni fahren.
 Das
ehemalige deutsche Fort thront weiß glänzend im Park
und ist schon von Weitem zu erkennen. Es dient als Rastlager und
als Museum. In seinen Außenanlagen gibt es einen Pool mit
Bar, Restaurant, einige Hütten sowie einen schönen Campingplatz.
Zur Feier meines morgigen Geburtstages nehmen wir ein Zimmer im
Turm, wo die Schießscharten als Fenster als dienen. Das Fort
hat einen schönen Innenhof mit Garten und Tischen, wo man sich
gemütlich hinsetzen kann.
Außerdem haben wir ungewöhnliche Nachbarn: Warzenschweine,
die den Treppenaufgang zum Turm bewohnen.
Am Nachmittag geht es noch einmal auf Pirschfahrt. Am Wasserloch
Twee Palms haben wir endlich Glück: ein Rudel Löwen döst
unter einem Strauch! Sie gucken neugierig zu uns herüber, lassen
sich aber kaum von uns stören. Stundenlang könnte man
ihnen beim Nichtstun zusehen.


Einige Kilometer weiter die nächste Überraschung: In
einer langen Kurve trottet unverhofft ein Elefant vor uns her. Gemächlich
und sehr langsam zieht er seines Weges. Wir wollen ja eigentlich
auch da lang und auch an ihm vorbei, aber sein dickes Hinterteil
versperrt uns den Weg. Ab und zu dreht er sich um, um zu überprüfen,
ob der Sicherheitsabstand zwischen ihm und unserem Auto noch für
ihn ausreicht. Jedesmal, wenn er anhält und sich umdreht, halte
ich an und warte seine Reaktion ab. Der Abstand zwischen uns beträgt
ja höchstens 30 m, und ich weiß nicht, wie schnell ich
den Rückwärtsgang finden würde, wenn der Koloss plötzlich
kehrt macht, und mit großen Ohren und Trompete auf uns zu
kommt. Aber die Absicht scheint er nicht zu haben. Nach zehn Minuten
hat er wohl ein Einsehen mit uns, gibt den Weg frei und biegt ins
Gebüsch ab.
Am Abend noch ein freudiges Wiedersehen mit den „Plattfüßen“
Britta und Martin an der Bar.
19. Tag, 19.11. Namutoni
Da während der Regenzeit die meisten Tiere in den Norden des
Parks ziehen, nutzen wir die Gelegenheit zu einer Fahrt an das Andoni-Wasserloch.
Das Loch liegt 45 km nördlich von Namutoni. Auf dem Weg dorthin
sehen wir eine Menge Giraffen. Bei der dichten, fast tropischen
Vegetation sind das aber auch die einzigen Tiere, die wir erkennen
können. Das Wasserloch selbst hat nicht besonders viel zu bieten:
Zebras und Antilopen.
 
Auf dem Rückweg ins Fort halten wir bei einer Toilette an. So
ein Klohäuschen ist eingezäunt und so gegen wilde Tiere
geschützt. Man muss vor das Tor fahren, ein Freiwilliger springt
raus, macht das Tor auf und man fährt bis zum Klo vor (vorher
hinter einem wieder das Tor zumachen). So richtig sicher und stabil
sieht der Zaun um das Klo aber nicht aus.
Den Nachmittag verbringen wir im Pool mit Lesen und Nichtstun.
Gewitter ziehen wieder auf, die wir uns von Turm aus ansehen. |
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