|
|
"auf
Pad"
Seite 6: Swakopmund
Spitzkoppe
Ugab River Wilderniss Camp
Palmwag Lodge
Outjo
nav-reisen-nam04
Seite 1 - Seite
2 - Seite
3 - Seite
4 - Seite
5 - Seite
6 - Seite
7 - Seite
8 - Karte
- Reisetipps
14. Tag, 14.11. Swakopmund - Ugab River Wilderniss Camp
Von
unseren Nachbarn aus der Schweiz haben wir den Tipp bekommen, ins
Damaraland zu fahren und eine Nacht auf der Palmwag Lodge zu verbringen.
Wir waren uns über die weitere Route bis nach Etosha unschlüssig,
entscheiden uns dann aber für den Weg über die Spitzkoppe
und den Brandberg nach Norden.
Das Massiv der Spitzkoppe liegt etwa zwei Stunden östlich von
Swakop nahe der B2. Das "Matterhorn von Namibia" ist schon
von weitem zu sehen, ist aber mit gut 1700 m Höhe nicht annähernd
so hoch, wie das Matterhorn in der Schweiz. Daneben befindet sich
mit knapp 1600 m Höhe die kleine Spitzkoppe. Die große
Spitzkoppe wirkt besonders mächtig, ragt sie doch 800 m spitz
aus dem Plateau empor. Man biegt von der B2 kurz vor Usakos nach
links auf D1918, nach weiteren 17 km rechts auf die D3718, die direkt
auf das Massiv zuführt.
Das Gelände steht unter Naturschutz und ist eingezäunt.
Somit müssen wir mal wieder Eintritt zahlen. Wir folgen den
Wegen und Fahrspuren, die sich in einem verwirrenden Netz quer um
die beiden Berge ziehen. Fast jeder Weg endet an Übernachtungsplätzen,
die sich wunderbar zum Pausieren eignen. Die Fahrt über das
Gelände ist sehr eindrucksvoll. Hinter jeder Kurve ändert
das Massiv sein Gesicht: große Bögen, Felsnischen, riesige
und runde Felsen, die auf den Felsvorsprüngen balancieren.
Ebenso gibt es hier Felsmalereien zu sehen.

Nach der Umrundung des Berges fahren wir weiter nach Norden zum
Brandberg.
Auf der D2306 steht plötzlich vor uns am Wegesrand eines der
Autos, die wir schon mehrmals gesehen haben und im Prinzip die gleiche
Route wie wir fahren. Unverkennbar hat der Landcruiser einen Platten.
Da es sich aber nicht um ein allzu großes Problem handelt,
und Wagenheber sowie zwei Reservereifen gut sichtbar am Auto befestigt
sind, setzten wir unseren Weg fort. Nach einigen Metern kommt doch
das schlechte Gewissen, wir wenden und fahren zurück. Vielleicht
können wir ja helfen.

Die Probleme können relativ groß werden, wenn man feststellt
und zugibt, noch nie zuvor einen Reifen gewechselt zu haben. Zudem,
wenn der Hi-Lift Wagenheber kaputt ist und die Verleihfirma den
Wagen ansonsten mit Werkzeug ausrüstet, welches sich gerade
so für eine Fahrradreparatur eignet. Mit vereinten Kräften
und dem Werkzeug aus dem Landy ist aber der Reifen schnell gewechselt.
Zum Dank gibt´s kaltes Bier mitten auf der Piste. Wir verabschieden
uns von Britta und Martin; vielleicht sieht man sich ja noch.
Wir passieren Uis. Hier ist wenig los, ein Rastlager, eine Tankstelle
und viele junge Leute, die lustlos unter den Bäumen am Straßenrand
sitzen. Sie springen sofort auf und kommen aus allen Ecken auf einen
zu, wenn ersichtlich ist, das ein Auto, wenn möglich mit Touristen,
in den Ort fährt, anhält, und jemand wie ich aussteigt,
um nach dem Weg zu fragen. Sie reden alle durcheinander, kramen
in ihren Hosentaschen, um Edelsteine, Nüsse oder nutzloses
Zeugs an den Mann zu bringen. Normalerweise lassen sie einen in
Ruhe, wenn man kein Interesse zeigt und sowieso kein Geld dabei
hat, aber diese Jungs sind sehr hartnäckig. Einer Dreiergruppe
folgt mir bis ans Auto und als ich schon drinnen sitze, stecken
sie ihre Köpfe zu mir herein und grabschen nach allem, was
nicht niet- und nagelfest ist. Besonders auf die Kekse haben sie
es abgesehen. Aber auch die drei sind im Grunde harmlos; ohne Arbeit
und immer hungrig warten sie jedes Auto ab und wittern ihre Chance.
Unser
Camp liegt nicht weit von Uis am Ugab River. Das Wilderness Camp
liegt direkt am Fluss unter dichten Bäumen und die Möglichkeit
besteht immer, dass Elefanten durch das Camp ziehen. Ihre Hinterlassenschaften
sind unschwer zu erkennen und auch sonst riecht es verdächtig
nach Rüsselträger.
Schnell ist unser Lager aufgebaut und kurze Zeit später brennt
auch schon das Feuer. Besonders witzig sind die Toiletten und Duschen.
Ohne Türen und Dach sitzt man - allerdings durch hohe Mauern
sichtgeschützt - im Freien. Damit niemand einen beim Toilettengang
oder Duschen überrascht, wird eine Kette vorgehängt.
Wir sind auf unserer Tour schon ziemlich weit nach Norden vorgedrungen,
d.h. es wird feuchter und zunehmend schwül. Wo wir noch vor
einigen Tagen blauen Himmel über uns hatten, begleiten uns
nun spätestens am Nachmittag dicke Gewitterwolken, die sich
irgendwann am Abend entladen.
Heute Abend ist das Grummeln besonders gut zu hören und das
Wetterleuchten kommt bedrohlich näher. Ansonsten ist es hier
im Camp, bis auf unsere und zwei, drei weitere Lampen, stockdunkel.
Im Gebüsch neben uns knistert es verdächtig. Zikaden,
nach ihrem Geräuschvolumen zu urteilen, muss es sich um Handteller
große Geschöpfe mit acht Augen und Kampfwerkzeug handeln,
zirpen um die Wette. Hier gibt es sie alle: Viechzeugs, Schlangen
und Skorpione. Jeder Schritt hier im weichen Sand wird mit der Taschenlampe
begleitet. Um unsere Lampe hat sich der komplette Querschnitt an
Afrikas fliegenden Insekten versammelt. Manche Kreatur hat im Schein
der Lampe rote Augen und guckt einen sogar an! Die meisten Viecher
fliegen aber in die Lampe, verbrennen sich dabei die Füße,
so dass sie dann auf dem Rücken liegend auf dem Tisch zappeln.
Plötzlich hören wir ungewohntes Pochen! Erst vereinzelt,
dann immer öfter. So, als wenn Wassertropfen aus großer
Höhe in weichen Sand fallen. Tatsächlich, es regnet. Der
erste richtige Regen seit zwei Wochen. Dumm nur, das es so richtig
anfängt zu schütten. Ein wahrer Wolkenbruch scheint aus
dem Himmel zu fallen. Im Nu ist das Feuer aus und wir stehen in
wenigen Augenblicken im Matsch. Alle paar Minuten kommt eine Wasserwand
vom Dachzelt herunter, wenn das Überzelt das Wasser nicht mehr
halten kann. Wir können nichts anderes tun, als relativ nass
unter dem aufgeklappten Zelt den Regen abzuwarten. Nach einer Stunde
ist der Spuk vorüber. Die Zikaden melden sich wieder und überall
im Busch hört man die Tropfen von den Blättern fallen.
Als wir kurze Zeit in die Zelte hochsteigen, sehen wir das Malheur:
Wir haben die Eingänge nicht richtig verschlossen, so dass
unsere Matratzen an den Seiten und am Kopfende pitschnass sind.
Sogar Paula ist nass, die oben schon seit einiger Zeit schläft
und vom Regen anscheinend nichts bemerkt hat.
15. Tag, 15.11. Ugab River Wilderniss Camp - Palmwag Lodge
So richtig gut schläft es sich auf feuchter Matratze nicht.
Wir räumen die Dachzelte am nächsten Morgen total leer,
um alles in der wieder sehr schwülheißen Luft zu trocknen.
Die Matratzen werden wohl noch ein bißchen brauchen. Trotzdem
wird alles wieder oben reingeschmissen und die Zelte zusammen geklappt.
Vielleicht hilft ja der Fahrtwind.
Wir fahren weiter nach Norden. Man merkt, dass es hier vor kurzem
geregnet hat. Alles ist grün und feucht, sogar die sonst trockenen
Riviere führen oft Wasser.
Kurz vor Khorixas biegen wir nach links auf die D2612 ab. Auch hier
eine Neuigkeit für uns: An jeder Kreuzung stehen Stände
oder Tische mit Steinen darauf, die zum Verkauf angeboten werden.
Ab und zu liegen Puppen oder andere Souvenirs mit dabei. Unweit
davon, meist ein paar Meter von der Straße entfernt, stehen
Hütten.
Die Bevölkerung ist hier im Norden viel dichter als im Süden
des Landes. Die Zahl der Dörfer und Behausungen nimmt auf dem
Weg nach Norden immer mehr zu.
Wir sind auf dem Weg zu den Felsgravuren von Twyfelfontain. Allerdings
ist es bei unserer Ankunft wieder so heiß, dass wir uns und
besonders Paula keine lange Wanderung zwischen den heißen
Felsen zumuten können.
Wir finden die Idee mit der Wanderung auch dann erst recht nicht
mehr so toll, als wir einen Skorpion an einer Treppenstufe erkennen.
Sieht eigentlich harmlos und ungefährlich aus...
Bis zur Palmwag Lodge ist es nicht mehr weit. Wir sind mittlerweile
im Damaraland angekommen, einem wilden und sehr ursprünglichen
Gebiet Namibias. Gewaltige Felsformationen begleiten unseren Weg
mit fantastischer Berglandschaft aus roter Erde. Wir lassen den
Abzweig nach Torra Bay an der Küste links liegen, passieren
die Siedlung Wereldsend und erreichen nach weiteren 40 km Palmwag.
Ein Schild weist uns den Weg zur nahen Lodge. Nachdem wir das Tor
der ´Disease Control´ passiert haben, biegen wir links
zur Lodge ab.
Die Palmwag Lodge ist eine kleine Oase am Uniab River. Es gibt ca.
15 Hütten und einen sehr schönen Campingplatz. Zusätzlich
stehen den Reisenden ein Pool und eine Bar in einem von Palmen eingerahmten
Garten zur Verfügung. Alles in allem sehr nobel, obwohl der
Campingplatz nur umgerechnet 18 EUR kostet. Eine Hütte, nur
ein paar Meter entfernt, würde ca. 140 EUR kosten!
Unser Stellplatz ist geradezu luxuriös: über 100 qm groß,
mit Sonnendach, Licht, Wasser und Grillstelle. Ein Platz zum wohl
fühlen, zumal er recht gut belegt ist, vorwiegend mit Landys
aus Südafrika. Unser Nachbar ist heute der Toyota aus Füssen.
Sein Eigentümer ist seit vier Monaten unterwegs, hat vor drei
Jahren das Auto nach Südafrika verschifft und verbringt als
Rentner immer seine Urlaube hier unten. Er müsse nur jedes
Jahr aus Südafrika bzw. Namibia raus, um in irgendeinem Nachbarland
den begehrten Stempel für das Carnet zu besorgen.
Wir sehen zu, dass wir die Matratzen in der Nachmittagssonne trocken
kriegen, bevor der nächste Regen alles wieder unter Wasser
setzt. Von weitem kündigen sich nämlich die nächsten
Gewitterwolken an. In den folgenden Stunden kracht es in den nahen
Bergen ganz gewaltig, aber wir bleiben bis auf einen kurzen Schauer
verschont und unsere Zelte trocken. Wir machen einen kurzen Spaziergang
auf eine Anhöhe und haben von dort aus einen unbeschreiblich
schönen Blick zu den Gewitterfronten in der Ferne und zum Sonnenuntergang.
 
16. Tag, 16.11. Palmwag Lodge - Outjo
Wir
verlassen das Camp als einer der letzten. Der Overlander-Bus mit der
Horde Zelttouristen, die gestern abend noch lange um ihren Bus herum
saßen, ist schon lange weg. Die haben es immer sehr eilig und
einen festen Zeitplan. Die Strecke, wofür wir drei Tage Zeit
haben, reißen sie an einem Tag herunter.
Der Füssener ist auch noch da. Er hat auch die Ruhe weg, fährt
nur kurze Strecken, um sie intensiver zu erleben.
Er gibt uns noch Tipps für unsere weitere Route und schon bald
sind wir wieder unterwegs Richtung Kamajab und Outjo. Die Piste führt
uns über den Grootberg-Pass, wo wir nach kurzer Zeit die ersten
Elefanten sehen. Sie sind zwar weit entfernt, aber trotzdem ein Erlebnis.
Den ganzen Tag ist es bedeckt und es regnet ab und zu. Die Piste ist
daher teilweise sehr glitschig und wir müssen viele Riviere durchqueren.
Ab Kamanjab ist die Straße wieder geteert. Von hier aus sind
es nur noch 130 km bis Outjo. Auch hier regnet es noch, so dass wir
noch unschlüssig sind, ob wir campen oder irgendwo eine Hütte
mieten. Wir sehen uns ein bißchen im Ort um, der sehr lebhaft
ist. Hotel, Tankstellen, Supermärkte, eine deutsche Bäckerei
und viel Fußvolk auf den Straßen.
Wir finden im Bushfeld Resort eine gemütliche Hütte für
die Nacht. Kaum haben wir es uns im Haus gemütlich gemacht, hört
es auf zu regnen.
Beim abendlichen Spaziergang über das kleine Camp trifft Silvana
einen ehemaligen Arbeitskollegen! So klein ist die Welt. |
|