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"auf Pad"

Seite 5: Bettas Camp Sossusvlei Swakopmund

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10. Tag, 10.11. Bettas Camp - Sossusvlei

Paula füllt den Wassertank am Landy aufIrgendein Hahn meint morgens um 4 Uhr krähen zu müssen und reißt uns aus dem Schlaf. So sind wir auch bald wieder auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel: Die höchsten Dünen der Welt bei Sossusvlei.
Wir erreichen mittags das große Camp. Auf der einen Seite ist eine sehr teure Lodge errichtet worden, doch wir begnügen uns mit dem Campingplatz. Schon am Mittag ist es sehr voll; gut, das wir reserviert haben. Wir bekommen einen Platz unter einem riesigen Akazienbaum zugewiesen, wo wir wieder mal Schutz vor der Sonne suchen. Am Nachmittag beschließen wir, die 60 km zum Sossusvlei zu fahren. Jeder Reiseführer rät zu der Fahrt am frühen Morgen, doch wir wollen morgen eigentlich schon recht früh weiter.
Kurz vor dem Eingangstor ins Sossusvlei zweigt der Weg zum nahen Sesriem Canyon ab. Hier hat sich der Tsauchab-Fluss tief in das Gestein hineingefressen. An manchen Stellen ist der Canyon an der Oberfläche nur wenige Meter breit und öffnet sich dann unten zusehends.
Hinter dem Tor zum Vlei öffnet sich das weite Tal des Tsauchab, dem wir auf übelster Teerstraße folgen. Zwischen unzähligen und teils sehr tiefen Schlaglöchern fällt es schwer, die Straße auszumachen. Fahrt zum Sossusvlei, 1. Stopp an der berühmten Düne 45

Nach 45 km erreichen wir die Düne 45. Diese imposante Düne ist im Gegensatz zu allen anderen Dünen von der Straße erreichbar. Dort gibt es einen Parkplatz, von wo man die 170 m hohe Düne besteigen kann. Wir fahren aber erstmal weiter bis zum Ende der Straße, die nach ca. 65 km endet.

Das Sossusvlei ist eine große Lehmsenke, die von den höchsten Dünen der Welt umgeben ist. Vom Ende der Teerstraße geht es nur noch mit Allradfahrzeugen ins 5 km entfernte Sossusvlei weiter. Tiefer Sand erschwert das Fahren zusehends, und ich habe Mühe, mit dem schweren Landy vorwärts zu kommen. Der Landy sucht sich auf der breiten Piste mit unzähligen tiefen Fahrspuren fast selber den Weg, trotzdem ist das Fahren nicht einfach und der Motor kämpft. Nach 3 km wird mir die Sache zu heikel. Immer tiefer gräbt sich der Landy ein und der Motor quält sich unüberhörbar. Wo eben noch der 3. Gang ohne Untersetzung gereicht hat, muß ich immer weiter zurückschalten und dabei aufpassen, das wir nicht stehen- bzw. steckenbleiben. Unter einem Baum mit hartem Untergrund wende ich und fahre die Strecke hochtourig zurück. Jetzt am späten Nachmittag, wo kein Tourist mehr unterwegs und somit auch keine Hilfe mehr zu erwarten ist, habe ich keine Lust, mich hier festzufahren. Nach ein paar endlos langen Minuten sind wir aus dem tiefen Sand raus und wieder auf dem Parkplatz. Und wir hatten evtl. wirklich Glück. Der Shuttleservice vom Parkplatz zum Vlei, der von PKW-Touristen genutzt wird, hatte schon eingepackt und sich auf den Rückweg ins Camp gemacht. Auch sonst kam uns kein Auto mehr entgegen. Wir hätten also vergeblich auf Hilfe gewartet.

im Sossusvleiim Sossusvlei Düne 45 am Abend Kleine Entdeckerin hinterlässt Spuren...

Stattdessen fahren wir auf dem Rückweg noch einmal zur Düne 45, die wir bei schöner Nachmittagssonne erklimmen. Ein Riesenspaß für Paula in der größten Sandkiste der Welt auf dem Hosenboden herunter zu rutschen.
Wir sind kurz vor Sonnenuntergang wieder im Camp.

Camp vor den Toren zum Sossusvlei Sonnenuntergang über dem Sossusvlei

 

11. Tag, 11.11. Sossusvlei - Swakopmund

Ungewohntes Fauchen, sowie Motorengeräusch weckt uns am nächsten Morgen. Das Fauchen kommt von den Gasbrennern, die zwei Heißluftballons entwickeln, um bei Sonnenaufgang über den Dünen zu fahren. Das Motorengeräusch stammt von den vielen Autos, die sich im Morgengrauen auf den Weg zum Vlei machen, um als erste den Sonnenaufgang auf den jungfräulichen Dünen mitzuerleben. Doch Pech für alle. Ein kurzer, müder Blick aus dem Zelt genügt: es wird nichts mit dem Sonnenaufgang; der Himmel ist total bedeckt.

Es geht wieder weiter. Über Solitaire befahren wir die C14 westwärts. Die Strecke wird zusehends monotoner. Anfangs bieten noch der Wendekreis des Steinbocks und der Kuisib-Canyon eine gewisse Abwechslung, doch dann zieht sich die Piste wieder endlos lang durch den Namib-Naukluft Park. Wir können auch nicht so einfach mal eine Pause einlegen, wenn es uns beliebt oder Paula sich unüberhörbar meldet, denn teilweise bietet die Stecke absolut nichts. Noch nicht mal einen Baum, der vielleicht Schatten spenden könnte. Wir kommen aber gut voran und erreichen am frühen Nachmittag Walvis Bay. Wir haben seit kurzer Zeit auch wieder Teer unter den Rädern. In der Stadt halten wir uns gar nicht lange auf, sondern fahren die restlichen 30 km zügig zwischen Küste und hohen Dünen nach Swakopmund.
In der Stadt aus der deutschen Kolonialzeit werden wir einige Tage verbringen; hier ist Halbzeit unserer Tour; Zeit zum Wäsche waschen, einkaufen und relaxen.
Im Rastlager ´Alte Brücke´ am Südrand der Stadt mieten wir uns einen geräumigen Bungalow. Swakopmund, Restcamp "Alte Brücke", Sonnenuntergang für unserer HütteSo können wir uns ausbreiten, den Landy mal komplett ausräumen, grob von Sand und Staub befreien und die Dachzelte zulassen. Vorteil zum Campingplatz: Man kann bei einem mehrtägigen Stopp seine ganzen Sachen im Haus lassen und muss nicht jedesmal wieder alles einpacken, wenn man mal wegfährt. Zudem bläst ein zügiger Wind, es nieselt leicht und feuchter Nebel zieht auf. Zu unserem Pech (oder Glück) sind auch die Stellplätze für die nächsten zwei Tage voll.
Erste Stippvisite in der wirklich sehr schönen Stadt, wo die deutschen Wurzeln unverkennbar sind. Viele Straßen und Gebäude haben noch deutsche Namen, und man vermutet die Stadt eher an der Nord- oder Ostsee, als an Afrikas Atlantikküste...wären da nicht die Palmen.

Abends glüht wieder der Grill vor unserem Haus, Nebel zieht erneut auf und wir hören aus der Ferne das Rauschen der Brandung.

12. Tag, 12.11. Swakopmund

Spaziergang an der Promenade entlang in die Stadt. An der alten und verfallenen Landungsbrücke vorbei, führt unser Weg zum Leuchtturm. Das unübersehbare Wahrzeichen wurde 1902 erbaut. Swakopmund, LeuchtturmAuf dem Weg durch die Stadt fallen uns die überaus breiten Straßen auf. Früher war es aber notwendig, mit einem Ochsenkarren zu wenden, daher wurden die Straßen so breit geplant. Desweiteren sind viele Nebenstraßen nicht geteert, sondern aus einer Mischung aus Salz und Sand befestigt. Auf Dauer eben nichts für Autokarossen, bzw. für Landys, die es hier in verschiedensten Ausführungen zu bewundern gibt. Durch die Stadt, die für den Besucher wirklich alles zu bieten hat (Restaurants, I-Net, Geschäfte), gehen wir zur Adler-Apotheke, um uns mit Swakopmund, AussichtsturmMalariaprophylaxe zu versorgen.
Genau wie in Windhoek, empfiehlt die Apothekerin Malariaschutz für die nördlichen Landesgebiete. Sie stellt uns das richtige Mittel zusammen, das wir am Nachmittag abholen.

Mittlerweile scheint die Sonne wieder, die Einheimischen und relativ wenigen Touristen flanieren auf den Straßen oder sitzen auf den Terrassen der Cafés. Swakopmund wird oft und gerne von den etwas wohlhabenderen Namibianern, vor allem von Weißen und Windhoekern, an Wochenenden und in den Ferien besucht. Zur Hochsaison sind alle Hotels und Restcamps voll.
In der Sam Nujoma Avenue, früher Kaiser Wilhelm Strasse, setzen wir uns in ein altes deutsches Café und genießen deutschen Kuchen unter afrikanischem Himmel.


13. Tag, 13.11. Swakopmund

Swakopmund, DünenDie Umgebung von Swakopmund hat sehr viel zu bieten. Man kann es hier locker über eine Woche aushalten. Man kann die Küste nach Norden fahren, dort die Robben ansehen; sich ins Landesinnere begeben, um die seltene und alte Pflanze Welwitschia Mirabilis zu bewundern, oder - kindgerecht - im Sand spielen. Die nächsten Dünen sind nur ein paar Minuten von Swakop entfernt. Sie sind zwar nicht so hoch, wie die im Sossusvlei, aber dennoch gigantisch und für unser Auge ungewohnt. Endloser, feiner Sand, aufgetürmt zu hohen Bergen, die der Wind ständig weiterträgt. Nach ein paar Minuten haben wir den Sand überall. Paula ist begeistert und weiß gar nicht mehr, wohin mit dem vielen Sand.
In den letzten Jahren wird hier vermehrt Fun-Sport angeboten. Quad-Touren und 4x4-Exkursionen bringen den Interessierten mit Leichtigkeit und lautem Geknatter jede Düne hinauf. Wo abends einsam Käfer und Schlangen ihre Spuren in den Sand ziehen, jagen tagsüber Breitreifen durch den weichen Untergrund. Ob es für das empfindliche Ökosystem förderlich ist, sei dahingestellt. Der Kunde will es und zahlt kräftig dafür.

Swakopmund, Altes AmtsgerichtSwakopmund, Dampflok

Swakopmund, Restcamp "Alte Brücke, CampingplatzDer letzte Abend im Camp. Ein Rundgang über den Platz zeigt, dass die Stadt für Reisende ein beliebter Ort ist, um für ein paar Tage zu bleiben. Ein Toyota aus Füssen und ein IFA-Truck aus der Schweiz sind nur einige weit gereiste Gäste. Auch unsere Nachbarn sind Schweizer, die in den letzten Wochen von Botswana bis Südafrika fast alles gesehen haben.
Bekannte Autos mit deren Insassen sehen wir sehr oft wieder. Einen Toyota sehen wir zum wiederholten Male auf unserer Tour. Man grüßt sich unterwegs, hat denselben Weg, sieht sich dieselben Sehenswürdigkeiten an, um sich trotzdem für ein paar Tage aus den Augen zu verlieren. Irgendwo und irgendwann sieht man sich wieder.
Wenn nicht morgen, dann übermorgen oder irgendwann.
 
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